Reform des Bereitschaftsdienstes in Nordrhein

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein möchte Ihnen an dieser Stelle alles Wissenswerte zu Aufgaben und Funktion des ambulanten ärztlichen Notdienstes zur Verfügung stellen. Zugleich informieren wir Sie hier über die am 13. Februar 2015 und 26. Juni 2015 von der Vertreterversammlung der KV Nordrhein beschlossene Reform des Notdienstes, der im ärztlichen Sprachgebrauch auch Bereitschaftsdienst genannt wird, weil er je nach Bedarf in Anspruch genommen wird.

Im ambulanten Notfalldienst stellen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte auch außerhalb ihrer Sprechstunden, also etwa an Mittwoch- und Freitagnachmittagen, abends und nachts die Versorgung der Patienten sicher. Den Sicherstellungsauftrag hat qua Gesetz die KV, die dafür Sorge tragen muss, dass der Notdienst flächendeckend und rund um die Uhr funktioniert und dazu ihre Mitglieder, also die Vertragsärzte, zum Notdienst verpflichtet.

Der Plan zu einer Reform des Notdienstes in Nordrhein ist entstanden, weil die bisherige Organisation des Notfalldienstes über viele Jahre hinweg zu lokal unterschiedlichen, kleinteiligen und für die Patienten nicht immer nachvollziehbaren Regelungen und Strukturen geführt hat. Problematisch ist insbesondere die ungleiche Verteilung der Dienste: Insbesondere Ärzte in ländlichen Regionen Nordrheins müssen wesentlich häufiger am ambulanten Notfalldienst teilnehmen als ihre Kollegen in den Ballungszentren, weil es dort viel mehr Ärzte auf engerem Raum gibt.

Die jetzt schon hohe Dienstbelastung der aktiven Ärztinnen und Ärzte wird weiter zunehmen, da in den nächsten Jahren viele Ärzte altersbedingt aus der Versorgung ausscheiden und insbesondere im hausärztlichen Bereich nicht genügend Nachfolger bereitstehen. Für die Nachwuchsmediziner, die sich mit dem Gedanken tragen, eine haus- oder fachärztliche Praxis in einer ländlichen Region zu übernehmen, ist die Dienstbelastung ein Hemmnis bei der Niederlassung.

Die Reform soll deshalb bessere Rahmenbedingungen für den Einsatz im Notdienst schaffen – vor allem für die Vertragsärzteschaft. Die Patienten sollen von guter Erreichbarkeit der Notdienstpraxen, einheitlichen Öffnungszeiten und Standards sowie einem künftig professionell disponierten Fahrdienst profitieren.